Samstag, 11. Juli 2009
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by MUZIKA
Freitag, 10. Juli 2009
Jukebox Juni/Juli
Phoenix - 1901 (Wolfgang Amadeus Phoenix, 2009)
Irre ich mich oder hören sich diese Franzosen tatsächlich irgendwie französisch an? Ist wahrscheinlich Einbildung, schließlich wird hier in (akzentfreiem) Englisch gesungen, ein Umstand der bei französischen Bands immer noch irgendwie erwähnenswert scheint. Wie auch immer, Phoenix bieten Indiepop à la MGMT, tanzbar, ohne zu sehr ins elektronische abzugleiten. Der ganz große Hit und Dancefloor-Filler fehlt zwar, "1901" kommt dem aber schon recht nah: Dies hier könnt ihr spielen um die ersten Leute zum tanzen zu bringen, Indie-DJs der Nation!
Faith No More - Digging the Grave (King for a Day... Fool for a Lifetime, 1995)
Anlässlich der Reunion gab es in VISIONS eine schöne und ausführliche History - und ich wurde beflügelt mich nochmal tiefer in Faith No More's Diskografie reinzuhören. Das "Album of the Year" von 1997 kenne ich noch aus Daddy's Plattenschrank, wegen des seltsamen Covers hätte ich aber damals nie gedacht, dass da so ne coole Band dahintersteckt... Mein persönliches Lieblingsalbum ist "King for a Day... Fool for a Lifetime", weil es unglaublich abwechslungsreich ist und teilweise eine beängstigende Stimmung erzeugen kann ("Cuckoo for Caca"). "Digging the Grave" wurde für Jukebox-tauglich befunden, weil es unglaublich eingängig und hymnisch ist.
The Prodigy - Warriors Dance (Invaders must die, 2009)
Jeder ist schon mal zu "Firestarter" oder "Smack my Bitch up" abgegangen - diese Überhits stammen von 1996/1997, als die Band mit dem Album "The Fat of the Land" riesige Erfolge verzeichnete. Die neuen Songs wie "Warriors Dance" oder "Omen" könnten es schaffen, die alten Hits aus den Playlisten der DJs zu verdrängen; das hätte ich The Prodigy längst nicht mehr zugetraut. All my warriors, all my Prodigy people! so forderte MC Maxim Reality die Fans beim Sonisphere zum tanzen auf. Na dann mal los!
Holger Burner - Revolution (Cypherpropaganda)
Ihr seid nur G8, wir sind 6 Milliarden! Und wir kommen um euch wegzujagen! (Heiligendamm) ~ Alles was dich abfuckt, alles was dich krank macht, mach kaputt was dich kaputt macht! (Mach Kaputt) ~ Aufwachen abticken abgehen aufstehen... nicht mehr aufpassen einfach ausrasten! (Aufwachen) ~ Gebt es zu, ihr habt eure Waffen gestreckt - das ist Klassenkampfrap (Klassenkampfrap). Bei Holger Burner gibt es nicht nur Parolen wie die oben zitierten, sondern auch gute, sozialkritische Raps. Eigentlich ist jeder Song empfehlenswert, "Revolution" begeistert mich einfach wegen seiner mitreißenden Stimmung.
Long Distance Calling - Nearing Grave (Avoid the Light, 2009)
Irgendwo hab ich gelesen: Postrock für Metaller. Und das ist gar nicht so falsch, setzen LDC doch nicht nur auf Atmosphäre, sondern auch auf Riffs und Heaviness. Das ist auch auf dem aktuellen Album nicht anders, welches abgeklärter und gereifter klingt - und gleichzeitig die großen 'Hits' des Debüts "Jungfernflug" vermissen lässt. Vielleicht wird dieser Eindruck aber auch bei mir hervorgerufen durch eine persönliche Übersättigung an Postrock. Wie auch immer, der Song "Nearing Grave" weist eine einschneidende Veränderung im LDC-Universum auf: Gesang. Dieser kommt von Jonas Renkse, sonst Sänger bei Katatonia und fügt sich wunderbar ein.
Soulwax - Accidents & Compliments (Any Minute Now, 2004)
Was für eine Hymne! Schon immer mein Lieblingssong vom großartigen Album "Any Minute Now", hat es mich in letzter Zeit nochmal richtig gepackt und mir die Gehörgänge verklebt. Soulwax haben mit ihrem Album von 2004 die Mischung aus Indie und Elektro perfekt ausbalanciert, zwar seltener tanzbar als etwa The Faint, aber mindestens genauso großartig. Dass die Brüder Dewaele was von elektronischer Tanzmusik verstehen, beweisen sie mit ihrem DJ-Projekt 2 Many DJs, aber auch Soulwax Konzerte sind die reinste Party, wie ein Blick auf ihre Homepage zeigt.
by TOHBIT
Donnerstag, 9. Juli 2009
Ende der Sommerpause
Diese Woche möchte ich jedem die neue Platte von Ghinzu ans Herz legen. Lange hat sich das Warten hingezogen seit dem letzten Album 'Blow' von 2004, einem noisig-atmosphärischem Juwel. Ohne dass ich im Vorfeld etwas davon mitbekommen hätte, ist nun plötzlich 'Mirror Mirror' da und überzeugt schon nach dem ersten Hören. Die vielen feinen Popmelodien, die 'Blow' nach und nach offenbarte, müssen aber auch hier langsam entdeckt werden.
Die beiden restlichen Rubriken sind diesmal politisch und gesellschaftskritisch wie nie zuvor. Als Video der Woche habe ich einen Clip ausgewählt, der die Situation von Flüchtlingen in Nordfrankreich darstellt, die auf ihrem Weg nach Großbritannien in Calais festgehalten werden. Mich hat das Video insbesondere deshalb berührt, weil ich mich ja selbst ein Jahr lang in UK aufgehalten habe - ich durfte ohne Probleme einreisen, vielen Menschen ist dies jedoch verwehrt. Das Video habe ich bei KanalB.org gefunden, welches laut eigenem Slogan herkömmliches Fernsehen ersetzen möchte/soll. Man findet hier Clips zu den Themen Migration und Abschiebung, Krieg und Kriegstreiber, Anti-Atom, Gender, Zeitzeugen des NS-Regimes und vieles mehr.
In meinen Ohren erzeugt das Video auch deshalb solch ein Gefühl der Wut wegen des Soundtracks von Keny Arkana, einer jungen französischen Rapperin aus Marseille. In ihren Lyrics bezieht sie klar Stellung gegen Kapitalismus und Faschismus. Der Song im geposteten Video heißt La Rage.
Ins Netz gegangen ist mir diesmal ein Bericht über die Bemühungen von Lydia Guevara, den Fleischkonsum ihrer argentinischen Landsleute zu reduzieren. Der Beginn einer vegetarischen Revolution im Land mit dem höchsten Fleischkonsum, angeführt von Che`s Enkelin? Eher weniger, posiert sie doch 'nur' für eine Kampagne von Peta: "Schließ dich der vegetarischen Revolution an!" (startet im Herbst 2009).
by TOHBIT
Sonntag, 21. Juni 2009
by MUZIKA
Donnerstag, 18. Juni 2009
Video und Platte der Woche von MUZIKA
Die Platte der Woche sind diesmal The Eyes Of A Traitor mit "A Clear Perception". Diese Jungspunde (teilweise noch keine 18 Jahre alt) verbinden melodischen Death Metal mit durchaus gelungenen ruhigen Passagen. Eine positive Besonderheit ist, dass die Band zum Glück auf kitschig-klare Vocals verzichtet und sich damit von ihren weinerlichen Genre-Kollegen abhebt. Ein sehr hörenswertes Debüt also, mal schauen was die Jungs am Wochende beim Summerblast so bringen.
Das Video der Woche sind alte Bekannte im neuen Gewand: Narrows mit "Gypsy Kids". Der Sänger Dave Verellen kommt unüberhörbar von den Helden Botch und auch der Gitarrist Ryan Frederiksen ist kein Unbekannter, denn er greift normalerweise bei den von mir geliebten These Arms are Snakes in die Seiten. Insgesamt liefern Narrows ein solides Debüt ab. Musikalisch bewegen sie sich im Spannungsfeld der beiden bereits erwähnten Bands.
Ob Narrows jedoch halten können, was die Vorgänger-Bands ihrer einzelnen Mitglieder versprechen, muss jeder für sich entscheiden.
Und ein neuer Artikel über Faith no More ist auch am Start.
by MUZIKA
Montag, 1. Juni 2009
Dredg - "The Pariah, the Parrot, the Delusion"
Lange musste man dann auf neues Songmaterial warten, immer wieder wurde der Veröffentlichungstermin von "The Pariah, the Parrot, the Delusion" verschoben, erste Songs wurden aber schon live gespielt und steigerten die Vorfreude.
Nun ist es da - und begeistert: War "Catch without arms" Prog-Pop, so ist dies hier eindeutig wieder Prog-ROCK, oder wie Bassist Drew Roulette meint "a rock and roll record, filled with experimental journeys and eccentric jousts." Die Melodien sind catchy und werden von Gavin Hayes Stimme in ungeahnte Höhen geschraubt. Die Instrumentierung bietet alles was sich das Musikerherz nur wünschen kann, ein Glockenspiel zu Beginn von Drunk Slide, majestätische Orgel in Light Switch, Klavier in Information, wildes Cello in Long Days and Vague Clues, auch vor Elektronikspielereien wird nicht Halt gemacht (Saviour, RUOK?, I don't know), und warum auch? Dredg verstehen es, all diese Vielfalt perfekt zu kombinieren, alles greift ineinander. Neben den Vocals dient vor allem Dino Campanella's Drumming als Trademark von Dredg und das ist auf dem neuen Album nicht anders, im Gegenteil: Nervöse Rhythmen, pointierter Off-Beat oder aggressive Wirbel wie zu Beginn bei Saviour - das Schlagzeug ist wesentlicher Bestandteil des Dredg-Universums. Ein weiteres wichtiges Puzzlestück ist die Laut-Leise-Dynamik (siehe etwa den Übergang des aufreizend langsamen Stamp of Origin: Ocean meets Bay zu Saviour). Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Auf ein perfektes Pop-Album folgt ein weiteres. Mit ausgefeilten Ideen, vielen kleinen Spielereien, die entdeckt werden wollen und überbordender Energie. Das vierjährige Warten hat sich gelohnt.
[dieses Making Of zeigt viele der benutzten Instrumente und Impressionen von Dredg im Studio]
by TOHBIT
Privatsphäre nein danke
Heute kann man fast alles über jeden erfahren. Dazu bedarf es nicht mal eines ausgeklügelten Überwachungssystems, nein, jeder gibt freiwillig alles von sich preis. Auf Plattformen wie Facebook erfährst du wo deine "Freunde" Urlaub machen, wo sie sich gestern betrunken haben und mit wem. Fast nichts bleibt unbemerkt, beim Grillen auf der Wiese oder beim Dancen in der Disco, immer und überall ist eine Digicam in der Nähe. Mails können mit einem Klick weitergeleitet werden und verlieren jeden privaten Charakter. Und auch ICQ-/MSN-Gespräche können ganz einfach aufgezeichnet werden. Eine Hommage.
(11:38:53) A: ich brauche ultimative-das-muss-man-im-urlaub-hören-musik-tipps!
(11:39:39) B: uii ok
(11:40:01) B: naja also erste orientierungshilfe kann schon mal mein summer mix tape sein
(11:40:47) B: wenns bißchen punkiger sein soll, wie wärs mit avail, kennste?
(11:41:08) A: nur vom namen bisher
(11:41:24) B: oder doors, klassikerkategorie
(11:41:31) A: jap
(11:41:36) A: stimmt die fehlen noch
(11:41:54) B: foo fighters ?
(11:42:09) A: hmm
(11:42:15) A: hab ich nix
(11:42:20) B: hmpf
(11:42:55) B: hot water music!
(11:43:08) A: hmm habe ich glaube ich auch nicht
(11:43:18) B: oh nein
(11:44:04) B: incubus, ist dann eher mainstream
(11:44:06) B: aha ok
(11:44:34) B: kyuss
(11:44:50) A: die mag ich nicht
(11:44:51) B: le tigre
(11:44:58) A: habe ich nicht glaube ich
(11:45:16) B: hahahaha also sowas
(11:45:27) A: doch die grad doch
(11:45:35) B: moneybrother
(11:45:46) A: hmm mädchenskram ;)
(11:46:06) B: mclusky haste auch nicht?
(11:46:49) A: eher nicht
(11:46:56) B: mother tongue!
(11:47:26) B: oder sahg
(11:47:33) A: stimmt
(11:47:40) A: khoma auch nicht schlecht
(11:47:46) B: ja
(11:47:51) B: scumbucket
(11:47:56) A: habe ich nicht
(11:48:00) A: so bin mal schnell duschen
(11:48:02) B: ah wieder nicht
(11:48:04) B: ok
(11:48:06) A: du kannst gerne noch was reinschreiben
(11:48:09) A: wenn dir was einfällt
(11:48:46) B: naja so hardcore sachen, have heart, comeback kid oder auch mal talk radio talk
(11:49:14) B: turbo eh klar, aber auch turbo-staaat
(11:49:34) B: wolfmother?
(11:49:44) B: oder zum mitwippen wombats
(11:50:11) A: turbo und turbostaat sind schon am start
(11:50:21) B: dacht ich mir fast
(11:50:42) B: ältere punkrocksachen wie but alive?
(11:51:21) B: jamie t. ist auch sommerlich, aber haste nicht glaub ich
(11:51:50) B: able baker fox!
(11:52:03) B: oder so alte soul funk sachen
(11:52:16) B: so bin frühstücken