Danach enterten Baroness die Bühne und ich war vom ersten Ton des Auftritts an wie elektrisiert. Die ersten drei Lieder stellten gleichzeitig die besten Songs des Debüts "Red Album" dar: "Rays on Pinion", "The Birthing" und "Isak"! John Baizleys Gesang war dabei wie immer über alles erhaben, denn sowohl die cleanen als auch die geschrieenen Parts fügten sich perfekt in das Gesamtkonzept der Musik ein. Die Band spielte sich in einen unglaublichen Rausch. Der von mir verehrte Sänger und Kopf einer ganzen Szene Baizley wirkte (wie immer eigentlich) vollkommen losgelöst und wie von/in einer anderen Welt, anders lassen sich sein verrückter Gesichtsausdruck und der Schaum vor dem Mund (tatsächlich wahr!) nicht erklären. Nicht unerwähnt soll auch der Drummer Allen Blickle bleiben, der mit seiner dynamischen Art alles übertrifft, was ich bisher von Schlagzeugern gesehen habe. Dabei verdrischt er die Felle, als hätten sie seine Mutter persönlich beleidigt und er sich um jeden Preis an ihnen rächen wolle! Die dabei durch die gesamte Band transportierte Energie reißt einen als Zuhörer (und Zuschauer) total mit und nicht wenigen Anwesenden mag es ein wenig wie Magie vorgekommen sein, was die vier Bandmitglieder auf der Bühne veranstalteten.
Die Songauswahl beschränkte sich diesmal nicht nur auf die Stücke vom "Red Album". Zwei neue Lieder wurden vorgestellt und diese lassen auf einen grandiosen Nachfolger hoffen. Besonders das vorletzte, noch unbetitelte Lied zog alle Register und gehört für mich schon jetzt zu einem absoluten Highlight der nächsten Veröffentlichung. Hier ein Kostprobe vom Asymmetry-Festival in Polen:
Nach etwa 70 Minuten Spielzeit und ein paar kurzen Dankesworten von Baizley an das Publikum verließ die Band unter Jubelstürmen die Bühne. Die meisten Zuschauer machten sich gleich auf den Heimweg, da erstens die Band normalerweise keine Zugaben spielt und zweitens sofort sehr unpassende, laute Rap-Musik über die Anlage angemacht wurde. Doch diesmal weit gefehlt: John Baizley, der hinter dem Bühnen-Vorhang hervorspähte, animierte die übriggebliebene Hörerschaft zum Klatschen und Jubeln, dem die Leute auch sofort nachkamen. Überraschenderweise tauchte gleich darauf die gesamte Band erneut auf der Bühne auf (noch unter der schallenden Hip-Hop-Mucke versteht sich) und John Baizley stellte die rhetorische Frage: "Few Songs more?". Es folgten zwei grandiose Lieder von der ersten EP "First", die diesen denkwürdigen Gig gebührend beendeten.
Insgesamt lässt sich sagen, dass Baroness nicht nur musikalisch über ALLES erhaben, sondern auch menschlich unglaubliche Sympathen sind. Das macht sie zweifellos zu einer der besten und tollsten Band der Gegenwart.
by MUZIKA
genau so ists gewesen. uuuuultra fett!
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